Dienstag, 21. April 2026

Misterioso Jazz Club

Satoko Fujii Quartet
Satoko Fujii (p), Natsuki Tamura (tr), Takeharu Hayakawa (b) & Tatsuya Yoshida (dr)

Vor mehr als zwei Jahrzehnten erschütterte das Satoko Fujii Quartet die Welt der improvisierten Musik mit ihrer donnernden Fusion aus Avant-Rock und raffiniertem Free Jazz. Jetzt hat sich die Band wieder zusammengefunden und startet erneut durch mit ihrer rohen, unbändigen Energie, die sich in Fujiis launischen, unvorhersehbaren Kompositionen entfaltet. Das lyrische Feuer des Trompeters Natsuki Tamura, die emotionale Tiefe und surreale Logik von Fujis Kompositionen und Klavierspiel, der kraftvolle Rock’n’Roll-Antrieb des Bassisten Takeharu Hayakawa und die explosive Kraft des Schlagzeugers Tatsuya Yoshida verschmelzen zu überwältigenden Wellen glühender Klänge und mitreissender Energie.

Mit ihrem neuen Album «Burning Wick» (Libra) führt Satoko Fujii ihr kraftvolles Avant-Jazz-Rock-Fusion-Quartett in neue Richtungen. Die 2001 gegründete und nach fünf Alben auf Eis gelegte Band kam letztes Jahr wieder zusammen und hat nichts von ihrer Verspieltheit und ihrem Wagemut verloren, während Fujii ihre einzigartige Energie für eine weitere vergnügliche Reise ins Unbekannte nutzt. „Ich habe mehr Spass als je zuvor, mit dieser Band zu spielen“, sagt Fujii. „Wir kennen uns besser, wir respektieren uns gegenseitig und wir geniessen die Unterschiede zwischen unseren jeweiligen Stilen. Wir sind nicht mehr jung – unser Durchschnittsalter liegt bei 68 Jahren –, aber wir haben so viel Spass daran, gemeinsam Musik zu machen, dass wir uns wie Teenager fühlen.“

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 28. April 2026

Misterioso Jazz Club

LDL – Leimgruber-Demierre-Lehn
Urs Leimgruber (ss), Jacques Demierre (p) & Thomas Lehn (synth)

Bei der Dreieckskonstellation des Trio LDL stehen zwei Tasteninstrumente – das akustische Klavier und der analoge Synthesizer, deren Klangsignale technisch wechselseitig miteinander verkoppelt sind – Urs Leimgrubers Sopransaxofon im Zentrum des Klangbildes gegenüber. Das Resultat ist eine hochentwickelte Kultur musikalischer Improvisation, deren Basis das feine, höchst sensible Aushören des Klangraumes bildet. Und dieser umfasst hier sowohl das musikalische Geschehen der individuellen und kollektiven Gestaltprozesse als auch den Raum selbst, in welchem der kreative Akt stattfindet, einschliesslich seiner akustischen Beschaffenheit und der raumtransformierenden Publikumspräsenz.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 27. Oktober 2026

Misterioso Jazz Club

Toot
Axel Dörner (tr), Thomas Lehn (synth) & Phil Minton (voc)

Im seit 1998 bestehenden Trio Toot treffen mit der unnachahmlichen Stimme Phil Mintons, dem analogen Synthesizer Thomas Lehns und der Trompete Axel Dörners drei der gefragtesten Musiker im Bereich der zeitgenössischen Improvisation aufeinander. Fast unhörbare Musik atmet durch die in Echtzeit komponierten Texturen: Luft strömt aus einer Trompete, ohne einen Ton zu bilden, und aus einem Mund, der selbst zirpende, stöhnende, zischende, heulende und blubbernde Geräusche von sich gibt. Minton, das Wunder der Stimme, kann jedes Geräusch seiner Kollegen imitieren, auch die 20-Hz-Töne und andere Klangsubstanzen von Lehns analogem Synthesizer, dessen elektronische Klänge den Widerspruch zwischen Technologie und Natur überbrücken.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 3. November 2026

Misterioso Jazz Club

Audrey Chen / Philipp Eden / Joaquin Ortega
Audrey Chen (voc), Philipp Eden (elec) & Joaquin Ortega (g)

Audrey Chen, Philipp Eden und Joaquin Ortega haben eine Art entwickelt, Musik zu machen, die roh, körperlich und äusserst fesselnd ist. Ihre Musik bewegt sich zwischen dichten, lauten Klangwänden und ruhigen Passagen der Reflexion, geprägt von aufmerksamem Zuhören, präzisen Klängen und Risikobereitschaft. Stimme, Elektronik und Gitarre treffen auf unvorhersehbare und stets überraschende Weise aufeinander. Bei jedem Auftritt wollen sie einen immersiven Raum schaffen, in dem die Grenze zwischen ihnen und dem Publikum verschwindet. Über eine im Juni 2025 in Zagreb im Rahmen der Reihe «Impromondays» gemachte Aufnahme des Trios schreibt Daniel Spicer in The Wire:

“There are times during this 26-minute live performance when Audrey Chen sounds exactly like she’s channelling the dry, insectoid language of the xenomorphs from the Alien movies. It’s just one of a dizzying plethora of sounds the Chinese/Taiwanese-American vocal improvisor is able to summon from lungs, larynx and mouth. She sighs, clicks, slurps, chatters, whoops, wails and moans, flicking from one idea to the next with synaptic speed even sometimes seeming to be speaking backwards or with two voices simultaneously. Meanwhile Argentinian guitarist Joaquin Ortega and Basel based electronicist Philipp Eden provide a constant undertow of juddering machine roars and lumbering krang. It’s like floating past a series of unsettling tableaux designed by Hieronymus Bosch.”

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr

Dienstag, 17. November 2026

Misterioso Jazz Club

“Suga Kanno: Poems of Resistance”
Atsuko Kamura (voc, b, elec) & Tim Hodgkinson (lap steel g, cl, b, elec)

Suga Kanno war eine japanische Journalistin, Schriftstellerin, Sozialistin und Feministin, die 1911 wegen eines Komplotts zur Ermordung des japanischen Kaisers inhaftiert und anschliessend hingerichtet wurde. Sie war 29 Jahre alt und eine beeindruckende Dichterin. Ausserdem verfasste sie schonungslos präzise Prosa, in der sie die Dummheit und Arroganz der Männer beschrieb. Ihre Gedichte sind von einem unerschütterlichen revolutionären Geist durchdrungen, aber gleichzeitig zutiefst sensibel und sogar offen für komplexe und ungelöste Dinge, von denen man erwarten würde, dass sie durch Disziplin ausgeblendet würden.

Atsuko Kamura, Sängerin von Kamura Obscura, begann ihre Karriere als Sängerin und Bassistin von Mizutama Shobodan (Polka Dot Fire Brigade), japanischen Agitprop-Feministinnen und Punk-Pionierinnen, deren zweites Album in den 1980er Jahren von Fred Frith produziert wurde. Nach ihrer Ankunft in Grossbritannien schloss sie sich Frank Chickens an. Seit langem beschäftigt sie sich mit Vokalimprovisation, zunächst bei Honeymoons in Japan, dann mit vielen Musikern in Grossbritannien wie Eddie Prevost, Charles Hayward und Sharon Gal. Gleichzeitig reicht ihr Repertoire als Sängerin von traditioneller japanischer Volksmusik bis hin zu öko-surrealistischen Chansons. In ihren jüngsten Arbeiten beschäftigt sie sich mit experimenteller Komposition und kombiniert avantgardistische Vokalelektronik mit Improvisation.

Mit Kompositionen, die auf internationalen Festivals wie Tectonics, Huddersfield, Spectrum XXI, Nordlyd und Ars Musica zu hören waren, und zwei Werksammlungen für Ensemble, die beim Label Mode erschienen sind, engagiert sich Tim Hodgkinson auch intensiv für eine kraftvolle und energiegeladene Aufführungspraxis. Seit über fünfzig Jahren beteiligt er sich an einer Reihe wegweisender Projekte, sei es als Mitbegründer der bahnbrechenden Gruppe Henry Cow, als Saxophonist der einflussreichen Avantgarde-Metal-Band God oder als Bassklarinettensolist in den spektralen Kompositionen von Iancu Dumitrescu. Sein Lap-Steel-Gitarrenspiel bleibt völlig unkategorisierbar und bringt gedämpfte und weniger gedämpfte Anklänge an Rockmusik und andere Ethnien mit sich.

Türe 20 Uhr  |  Programm 20:30 Uhr